Left to say / Was zu sagen übrig bleibt

A trial in translating Bob O’Hearn’s poem ‘Left to say‘ into german.
Der Versuch einer Übersetzung von Bob O’ Hearns Gedicht ‘Left to say‘.

Was zu sagen übrig bleibt

So hoch oben beginnt der Winter früh,
und geht spät.

Ich beschwere mich nicht.

Ich mochte das Licht, und so
blieb ich hier.

Ein kleines Feuer,
Zweige und trockenes Gras –
meine wenigen Bücher ergaben sich schon vor langer Zeit
ihrer anfachenden Gnade.

Die Verlockung des Unbekannten geht nicht mehr einher
mit dem dringenden Bedürfnis zu begründen –
das ist die Angelegenheit des Bekannten, und ich habe
diesen Laden geschlossen.

Meine eigene Sterblichkeit verfolgend
wie eine licht-jagende Motte,
ist es wie ich vermutete:

Ich bin was ich suchte.

Die Vergeblichkeit aller Anstrengung:
wenn ich mich umdrehe,
ist niemand da.

Mich erneut umdrehend,
sehe ich mich überall.

Die phosphoreszierende Spur
einer Schnecke im klammen Mondlicht,
eine Karte auf schleimiger Feuchtigkeit –
meine Pilgerfahrt ist offenbart.

Obwohl das Geschick von allem Geborenen der Tod ist,
eine geheimnisvolle Präsenz überdauert.

Wenn du dich danach ausrichten willst,
hast du es bereits aufgegeben.

Wenn du versuchst es zu erlangen, indem du anderen folgst,
schneidest du dir deine eigenen Beine ab.

Wo immer ich wandere, ich treffe immer den selben,
der eine, der ich bin, und doch bin ich nicht dieser.

Der eine weht ziellos umher,
wie ein neugieriger Wind durch rauschende Pinien,
während ich nur auf der Wiese liege,
liebkost vom einschläfernden Gesang der Zikaden,
mich in die nahende Nacht geleitend.

Die Vollkommenheit dieser Mondlichtverführung
wird nicht ungesungen vorbeigehen von den mitternächtlichen Stimmen,
die sich nun erheben in einer synchronen Harmonie,
die kein kunstfertiger frommer Choral erreichen kann.

Gewanded in leuchtende Sternenlichtroben,
entkleidet sich die Nacht langsam, erinnert sich
wieder aufs Neue, genau so, wie ich mich in Erinnerung rufe,
umarmt von dieser erleuchteten Weite, mich der
selben  Weite, die in mir glänzt öffnend, alle willkommen heissend
als quecksilbrige Erinnerungen meiner selbst.

Dieses Selbst-Erinnern –
nun unmissverständlich klar, mit unpersönlicher Wahrheit,
dann entspannen, loslassen, und das ebenfalls vergessen …

All mein Haar abzuschneiden war einfach.

Auf Pläne der Entsagung zu verzichten,
ist ein viel steilerer Weg zu beschreiten.

Ich ging einen langen Weg, um mich zu vergessen,
denjenigen zu vergessen, der sich erinnert.

Diese Welt durchschweifend,
von den Bergen zu den Küsten, mehr Jahre
als ich zählen möchte, mag meine Reise an sich
vergebens gewesen sein, trotzdem
findet sich Weisheit auch im Scheitern.

Der rote Strassenstaub haftet immer noch an meiner Kleidung,
aber gnadenvolle Tränen haben
das Bedauern aus meinen Augen gewaschen.

Ich war immer dankbar für Wasser.

Ich lehne mich zurück an die brüchige Mauer
einer lang verlassenen Ruine, die Augen füllen sich plötzlich erneut
mit Tränen, nun verwoben mit dem Wind
welcher einen Umhang von Zikadenfrieden
um meine Schultern wirbelt.

Was bleibt noch zu sagen übrig –
so viele frostige Mondscheinnächte
wie Katarakte hinter mir, hier sitzend
inmitten des kühlen Hauchs, verklärt durch die Morgendämmerung.

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